voyom
Sprich: Woojomm

Die Stimme im Körper - ein Übungsterrain und mehr

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Advent-Voyomo 1: Ruhe - weitere Anregungen
Heinz Stolze, 25.11.2016


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Ausbau weitere Anregungen

Körperstellung



Hände auf Kopf und Bauch - Intensivierung der Klangwahrnehmung - tiefe Ruhe

Lege die linke Hand auf den Bauch, zwischen Bauchnabel und Rippenbogen, die rechte auf den Kopf. Töne dabei das Voyomo in der Form X12321_x6_5_X5_ :// , bzw. so wie es auf voy_adv16-1_inex zu hören ist. Wiederhole es immer wieder, wobei Du deine Aufmerksamkeit wie folgt leitest:

Verfolge einige Zeit lang in der Kontaktfläche zwischen linker Hand und Bauch die Schwingungen des Körperklanges. Achte auch auf die Vor- und Rückbewegung der Bauchdecke beim Ein- und Ausatmen. Wenn dich dabei deine Wahrnehmungen in der rechten Hand zu sehr stören, hebe sie ein wenig an, so dass der Kontakt zum Schädel schwächer wird.

Verfolge nun einige Zeit lang in der Kontaktfläche zwischen rechter Hand und Schädeldecke die Schwingungen des Körperklanges und wie sie sich bei hohen und tiefen Tönen unterscheiden.

Setze die Übung fort und gleite auf dem zweiten Ton 5 (X5) mit deiner Aufmerksamkeit in die linke Hand auf dem Bauch. Verfolge weiterhin achtsam den Körperklang dort und gleite, wenn es dir angemessen scheint zurück zur rechten Hand, auch dies wieder auf Ton X5. Wechsele in dieser Art nach Belieben hin und her.

Versuche schließlich auf Ton X5 in die Verbindung zwischen Körper und Kopf zu spüren, verfolge dabei den Klang auf der Strecke Kopf-Hals-Brust-Bauch. Dabei kannst Du den Ton X5 beliebig lang tönen und auch wiederholen, so daß Du dieser Verbindung ausführlich nachspüren kannst.

Wenn das gelungen ist, fahre mit dem permanenten wiederholen der Tonfolge fort und lasse deine Hände am Körper entlang ganz langsam aufeinander zugleiten, verfolge dabei weiter den Körperklang in Händen und Oberkörper. Lass deine rechte Hand bewußt über Stirn, Augen, Nase, Mund, Hals, Kehlkopf bis unter die kleine Höhle unter dem Kehlkopf gleiten. In dieser Position soll sie sich mit der aufwärts gleitenden linken Hand treffen, dies sollte frühestens nach fünf Durchgängen der Tonfolge geschehen. Verschränke dann die Finger außer den Daumen ineinander und lege das letzte Fingerglied des rechten Daumens auf dem rechten Schlüsselbein ab, verfahre ebenso linksseitig. Lass deine Schultern und Ellenbogen dabei locker hängen! Achte darauf, die Zähne nicht zusammen zu beißen!
(Wenn Du magst, probiere aus, welche Auswirkung das Zusammenbeißen auf den Körperklang hat.)

Fahre fort zu tönen und richte nun deine Körperklangwahrnehmung auf beide Daumen, beide Handflächen und auf die Region von Becken bis Kopf und versuche, den Klang in Oberkörper, Händen, Kopf und Armen gesamtheitlich zu erfassen. Töne weiter, solange Du magst.

Wenn Du aufgehört hast zu tönen, fühle in Ruhe dem Körperklang nach, atme dabei langsam und tief weiter.

Zum Schluß lasse die Hände ganz langsam am Körper entlang sinken, genieße den Körperkontakt, löse die Verbindung der Finger, wenn die Arme in voller Länge nach unten hängen und laß dann die Hände zu den Seiten hin gleiten und schließlich frei nach unten hängen. Spüre nach, wie mit dem Nachklang im Körper ein Gefühl von Gelöstsein und tiefer Ruhe verbunden ist.

Besondere Klangerlebnisse auch im Körperklang
(Quint, Duodezime, Quart)

Besonderes körperliches Klangerlebnis - ein Vorschlag für Klang-Freaks

Bei der zweistimmigen Versionen ergibt sich eine besonders intensive Art der Klangverbindung, wenn Ton 5_ und Ton 1 zusammentreffen. Dabei entstehen Klangüberlagerungen, die Fachleuten aus dem reinen Singen bekannt sind, und führen in der Körperwahrnehmung des Klanges zu besonderen, intensiven Empfindungen.

Fall a) gleiche Stimmen (Frau und Frau oder Mann und Mann)
Der Tonabstand ist eine Quint. Wird sie gut getroffen, so verschmelzen die Klänge ziemlich stark und es entsteht zumindest die Anmutung eines bestimmten, wesentlich tieferen Tones, nämlich eine Oktav unter dem Ton 1. Diese Wahrnehmung kann zu einem starken körperlichen Erlebnis des Zusammenklanges führen. In Analogie zur Verbindung der Klangstrukturen der Töne beim Hören kann man sich auch einen größeren, gemeinsamen Körper vorstellen, der die Körper der Singenden umfaßt.

Fall b) Frau singt Ton 5, Mann singt Ton 1
Der Tonabstand ist eine Duodezime (Quint+Oktav). Die Frauenstimme wird gänzlich in die Männerstimme eingebettet (bezüglich der Obertonstruktur), der Klang des tieferen Tones erscheint auf komplexe Art erweitert und belebt.

Fall c) Mann singt Ton 5, Frau singt Ton 1
Der Tonabstand ist eine Quart. Klangverschmelzung und Auftreten eines tiefen Kombinationstones, hier 2 Oktaven unter Ton 1, sind deutlich schwächer als in Fall a. Diese Kombination ist nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Sie ist zum Kennenlernen von Klangverbindungen weniger geeignet.

Es empfiehlt sich, zunächst nur die beiden Töne 1 und 5 zusammen zu singen und dabei die beschriebenen Klangphänomene aufzuspüren. Achtet darauf, wie sie auf Euch wirken. Später könnt Ihr dann bei der Ausführung der zweistimmigen Versionen die gewonnenen Erfahrungen einbringen.

weitere Anregungen folgen im Laufe der Zeit